KI generierte Beitragsbilder mit Buchcover: Warum das keine gute Idee ist

Ich möchte heute über etwas reden, das mir in letzter Zeit immer wieder auffällt und das ich ehrlich gesagt schon länger ansprechen wollte. Es fing an, dass man sein Instagramprofil von der KI durchsuchen lassen hatte, um daraus ein lustiges Bloggerbild zu machen. Ja, ich hatte das auch, ABER ich hab es nicht mit Instagram gefüttert, sondern mit meinen Eigenschaften. Somit wurden KEINE Bilder hochgeladen. Und darum geht es hier im neuen Beitrag, mir begegnet in der Bookstagram-Community immer häufiger, dass Bücher nicht mehr durch eigene Fotos präsentiert werden, sondern durch KI-Generierte „Fotografien“ und das halte ich für problematisch: Buchcover in KI-Tools hochladen, um daraus einen neuen Instagram-Post zu generieren.

Ich schreib das nicht, um jemanden zu ermahnen. Ich glaube wirklich, dass viele das einfach nicht wissen, und genau deshalb möchte ich das hier mal aufgreifen.

Was genau meine ich eigentlich?

Das Prinzip ist simpel. Man nimmt das Cover eines erschienenen Buches, lädt es in ein KI-Bildtool hoch und lässt daraus ein Bild erstellen, z. B. das Buch auf einen Tisch liegend usw. Das Ergebnis sieht vielleicht dann so aus, als habe man es Fotografiert oder hat einen einheitlichen Stil für den Feed, eine bestimmte Farbgebung. Aber es basiert auf einem fremden Werk.

Und genau da liegt das Problem.

Warum ist das ein Problem?

Ein Buchcover ist kein freies Bild, das einfach zur Verfügung steht. Es ist ein urheberrechtlich geschütztes Werk. Das bedeutet: Jemand hat es gestaltet, illustriert, entworfen. Diese Person oder der Verlag hält die Rechte daran. Automatisch, ohne Anmeldung, ohne Ausnahme.

Wenn du dieses Cover in eine KI lädst, vervielfältigst du es. Du nutzt es als Vorlage. Das ist ohne ausdrückliche Erlaubnis der Rechteinhaber nicht erlaubt. Selbst dann auch, wenn das Ergebnis am Ende anders aussieht, ändert das nichts an der Tatsache, dass du fremdes, geschütztes Material als Eingabe verwendet hast.

Rechtlich gesprochen ist das eine unerlaubte Vervielfältigung und in den meisten Fällen auch eine unzulässige Bearbeitung des Originals. Das klingt spießig, hat aber ganz reale Konsequenzen: Abmahnungen, Schadensersatzforderungen, Löschungen. (Und ja, sowas kann richtig teuer werden)

Ich kann es verstehen, ich hätte auch gerne einen einheitlichen Feed. Der Wunsch nach schönem, ästhetischem Content ist in der Buchblog-Bubble groß, und ja, KI macht es verlockend einfach Content zu erstellen. Aber ich glaube, dass wir als Buchblogger:innen gerade da eine besondere Verantwortung haben. Wir lieben Bücher. Wir lieben die Welt, die dahinter steckt. Und zu dieser Welt gehören auch die Menschen, die Buchcover gestalten, die oft monatelang an Illustrationen arbeiten, die ein Buch erst zu dem machen, was es ist. Die Künstler der Bücher, die bei uns wie Schmuckstücke im Regal stehen.

Ihre Arbeit verdient Respekt. Auch dann, wenn das Ergebnis nur für einen Instagram-Post genutzt werden soll. Den einmal in der KI, wird der Stil, das Cover von diesen Künstlern weiterhin genutzt. Einfach wieder rauslöschen lassen? Geht das überhaupt? (Ich weiß es echt nicht)

Auch wenn es aufwendiger ist, ist es immer besser eigene Buchfotos zu machen. Das ist immer erlaubt und ehrlich gesagt auch das, was unsere Community so besonders macht. Die meisten Verlage erlauben es, dass man Cover im eigenen Stil per Foto präsentiert. Und wenn man nur das E-Book gelesen hat, kann man beim Verlag nach offiziellen Pressematerialien fragen (oder schaut auf den Webseiten, oft kann man die Cover im Verlagsshop auch direkt downloaden) und daraus eigene Grafiken erstellen, die vollständig ohne fremde Vorlagen auskommen. Da brauch mach zwar Programme wie Fotoshop oder Canvas (OHNE KI!) und ein bissel Know-how, aber es lohnt sich auf jeden Fall.

Es gibt genug kreative Möglichkeiten, ohne dabei in eine Grauzone oder gar in Illegale zu treten.

Ich weiß, dass dieser Beitrag nicht für alle neu ist. Aber ich hoffe, er hilft dem ein oder anderen, die Situation klarer einzuschätzen. Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch rechtlich okay. Und in einer Community, die für Bücher und ihre Erschaffer:innen lebt, finde ich das eigentlich selbstverständlich, dass wir das Urheberrecht achten. Wie das ist, wenn die KI sich selbst das Bild aus dem Netz zieht, weiß ich nicht wie das genau läuft, aber will man das Beweisen? Vielleicht fragt man auch bei den Autor:innen oder Verlage selbst an, ob das okay ist, oder eben nicht. (Dann hast du es wenigstens schriftlich)

Wenn du Fragen dazu hast oder deine Erfahrungen teilen möchtet, schreib sie gerne in die Kommentare. Ich freue mich auf den Austausch.

Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar.

Sayuchan
Sayuchan

✨ Neujahrskind | Baujahr ’85 und dreifache Mama, aktuell in Elternzeit und voll im Familienleben mit zwei Katzen in Duisburg angekommen. Leidenschaftlicher 📚 Bücherwurm und kreative Seele, die ihre Welt gern zwischen Buchseiten, vielfältigen DIY-Projekten und dem turbulenten Mama-Alltag teilt.
Auf meinem Blog gibt es ehrliche Buchrezensionen, Lesetipps und Buchmessen-Momente.

Artikel: 384

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert