Ich war von Anfang an neugierig auf dieses Buch. Farbschnitt, mysteriöse Teenager, Wald und irgendein dunkles Geheimnis im Hintergrund. Das klingt nach genau meinem Genre. Und ja, „Wilderland – Der Wald“ hat mich wirklich gut unterhalten. Mehr als ich ehrlich gesagt erwartet hatte.

Wilderland – Der Wald von Gina Mayer
| Autor:in | Mayer Gina |
|---|---|
| Reihe | Wilderland (Band 1) |
| Verlag | cbt Verlag |
| Genre | Coming of Age, Fantasy, Young Adult |
| Tropes | Chosen One, Cliffhanger, Found Family, Loner learns to trust, On the Run, Sci-Fi meets Fantasy, Secret Identity |
| Seiten | 240 Seiten |
| Erschienen | 24. September 2025 |
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Das Experiment: Der vierzehnjährige Calum ist ohne Eltern aufgewachsen – und er spürt, dass er nicht nur deswegen anders ist als alle Jugendlichen, die er so kennt. Sein Leben ändert sich schlagartig, als er in seiner neuen Wohngruppe Jasleen, Skye und Miro begegnet. Was ist los mit diesen dreien – warum lehnen sie ihn ab, was verbergen sie vor ihm? Und warum fühlt er sich trotzdem von ihnen angezogen, besonders von der faszinierenden Skye und ihrem wilden Raben? Als die Jugendlichen zufällig feststellen, dass sie rund um die Uhr beobachtet werden, entdeckt Calum ihr Geheimnis: Sie alle sind das Ergebnis eines skrupellosen wissenschaftlichen Experimentes, sie sind Hybride aus Mensch und Tier – und sie werden ganz offensichtlich gejagt! So beginnt eine dramatische Flucht und für sie alle die Reise zu ihrem wahren Selbst …
Im Mittelpunkt steht Calum, vierzehn Jahre alt, sein ganzes Leben lang zwischen Heimen und Pflegeeltern hin- und hergeschoben. Er hat gelernt, sich auf niemanden einzulassen. Als er in eine neue Wohngruppe zieht, trifft er auf Jasleen, Skye und Miro, drei Jugendliche, die ihn zunächst komplett ablehnen und offensichtlich ein Geheimnis hüten. (Man merkt ziemlich schnell, dass da mehr dahintersteckt als typische Teenagerprobleme, und genau dieses Wissen als Leser macht die ersten Kapitel besonders spannend.) Gina Mayer baut die Enthüllung sehr geschickt auf, Schicht für Schicht, bis sich das ganze Bild zusammensetzt.
Das Worldbuilding rund um die Mensch-Tier-Hybride ist das Herzstück der Geschichte und gleichzeitig der Part, der mich am meisten überrascht hat. Ich hatte klassischere Fantasy erwartet, bekommen habe ich eine Mischung aus Science-Fiction-Experiment, Coming-of-Age und echtem Survivalfeeling. Die Fluchtsequenzen im Wald ziehen wirklich an, da war ich gedanklich komplett dabei und wollte wissen, wie es weitergeht. Der Schreibstil ist flüssig, klar und funktioniert sehr gut für die Zielgruppe, ohne dabei flach zu wirken.
Was mich einen halben Stern gekostet hat: Das Worldbuilding bleibt an einigen Stellen etwas an der Oberfläche. Ich hätte gerne noch tiefer in das Experiment, die Hintergründe und die Antagonisten eingetaucht. Man merkt, dass vieles bewusst für Band 2 aufgespart wurde (was ich strategisch verstehe, als Leserin aber manchmal leicht ungeduldig macht). Auch der Cliffhanger am Ende ist wirkungsvoll, löst aber das Gefühl aus, dass Band 1 noch nicht ganz abgeschlossen erzählt ist.
Trotzdem ist das ein wirklich gelungener Serienauftakt, der Lust auf mehr macht. Calum ist ein Protagonist, dem man gerne folgt, und die Dynamik der Gruppe entwickelt sich auf eine Art, die ich sehr mochte. Für alle, die gerne Fantasy mit einem modernen, science-fiction-haften Unterton lesen, ist das eine klare Leseempfehlung. Band 2 „Das Feuer“ landet direkt auf meiner Wunschliste.
