Die 100 – Heimkehr von Kass Morgan

„Die 100 – Heimkehr“ von Kass Morgan ist der Abschluss der Trilogie, der mich leider nicht so richtig überzeugen konnte. Ich habe das Buch gelesen und fand es insgesamt eher mittelmäßig, weil es viel Potenzial verschenkt hat. Die Geschichte setzt nahtlos an Band zwei an: Die 100 Jugendlichen haben auf der Erde ein Lager aufgebaut, kämpfen mit den Erdgeborenen und warten auf die Heimkehrer aus dem All. Doch als Vizekanzler Rhodes mit seinen Leuten landet, eskaliert alles in Chaos, Kämpfen und alten Konflikten. Clarke, Bellamy und Wells führen ihre Gruppen, Glass kämpft um Luke, und alle sehnen sich nach Frieden. Aber statt eines packenden Finales fühlt es sich oft wie ein langes Ausdehnen an.

Der Schreibstil von Kass Morgan bleibt flüssig und jugendlich leicht lesbar, was die Serie grundsätzlich sympathisch macht. Man fliegt durch die Kapitel, weil die Perspektivwechsel zwischen den Hauptfiguren Spannung erzeugen und die Action-Szenen kurz und knackig sind. Leider wiederholen sich die Rückblicke auf die Vorgängerbände ständig, was total nervt und den Spannungsbogen killt. Es fühlt sich an, als ob man die ersten zwei Bücher gar nicht mehr braucht, weil alles immer wieder erklärt wird. Das hat mich echt rausgebracht aus der Geschichte, statt mich tiefer reinzuziehen.

Bei der Charakterentwicklung gibt es Licht und Schatten. Clarke wächst als Heilerin weiter, Bellamy zeigt mehr Verantwortung, und Wells ringt mit seiner Loyalität, was emotional berührend ist. Die Gruppe lernt Gemeinschaftssinn auf der Erde, im Kontrast zur egoistischen Station, und das finde ich eine starke Idee. Aber viele Figuren bleiben flach, Entscheidungen wirken manchmal unlogisch, und die Romantik zwischen Clarke und Bellamy fühlt sich gezwungen an. Ich habe mitgefiebert, vor allem bei den Kämpfen mit Rhodes und den Erdgeborenen, aber echte Tiefe fehlt. Es hat mich nicht zum Weinen gebracht oder lange beschäftigt, eher frustriert über verpasste Chancen.

Insgesamt ist „Heimkehr“ solide Unterhaltung für Fans der Serie, die ein schnelles Finale wollen. Es hat spannende Momente und endet halbwegs rund, aber die vielen Zusammenfassungen, logischen Lücken und das ausgezogene Tempo machen es für mich zu einem enttäuschenden Abschluss. Hätte man das in weniger Seiten gepackt, wäre es besser gewesen. Ich gebe 3 von 5 Sternen: Lesenswert für Trilogie-Vervollständiger, aber kein Highlight. Wer die Serie mag, kommt trotzdem durch, ich war einfach nicht hundertprozentig happy.

Sayuchan
Sayuchan

✨ Neujahrskind | Baujahr ’85 und dreifache Mama, aktuell in Elternzeit und voll im Familienleben mit zwei Katzen in Duisburg angekommen. Leidenschaftlicher 📚 Bücherwurm und kreative Seele, die ihre Welt gern zwischen Buchseiten, vielfältigen DIY-Projekten und dem turbulenten Mama-Alltag teilt.
Auf meinem Blog gibt es ehrliche Buchrezensionen, Lesetipps und Buchmessen-Momente.

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